{"id":8488,"date":"1993-10-11T10:14:00","date_gmt":"1993-10-11T10:14:00","guid":{"rendered":"http:\/\/entwicklung.fks.diwete.de\/?p=8488"},"modified":"2020-03-02T18:52:43","modified_gmt":"2020-03-02T18:52:43","slug":"1993-herbstfahrt-an-die-otava","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freie-kanu-sportler.de\/?p=8488","title":{"rendered":"Herbstfahrt an die Otava"},"content":{"rendered":"\n<p>Im Herbst zieht es die Freien Kanu-Sportler in die Ferne zu neuen Abenteuern. Wie schon im vergangenen<br>Jahr, geht es wieder in den B\u00f6hmerwald. Die Otava mit ihren vielen Stromschnellen ist unser Ziel. Es kann<br>zwar in dieser Zeit schon recht kalt werden, aber daf\u00fcr werden wir mit herrlichen Herbststimmungsbildern<br>mehr als genug entsch\u00e4digt. In Punkto \u00dcbernachtung haben wir vorgesorgt. Wir wohnen in einem Haus in<br>Rejstejn und haben dort eine ganze Etage f\u00fcr uns allein. Einige von uns hatten schon in den Sommerferien<br>mit diesem sch\u00f6nen Flu\u00df und der herrlichen Gegend Bekanntschaft geschlossen. (Wir berichteten dar\u00fcber).<br>Von diesen Erfahrungen konnten jetzt alle profitieren.<br>An unserem Anreisetag regnet es. Am Grenz\u00fcbergang, wir sind immerhin \u00fcber 1000 m NN,<br>schneit es sogar. Die Stra\u00dfen sind aber frei. Wir kommen mit unserem Bootsanh\u00e4nger gut durch.<br>An unserem ersten Tag durchwandern wir die Vydraschlucht mit ihren vielen Felsen und<br>Stromschnellen, ein beeindruckendes Flu\u00dfbett mit gro\u00dfen Steinbl\u00f6cken und Kaskaden. Weil die Vydra<br>durch ein Torfmoor flie\u00dft, ist ihr Wasser braungef\u00e4rbt. Der Granit ist hier hell, stellenweise in verschiedenen<br>Felsformationen verwittert. Im unteren Teil des Tales tritt Gneis heraus. Das Vydra-Flu\u00dfgebiet ist<br>verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig jung (Terti\u00e4r- Quart\u00e4r). Im Vydra-Gebiet leben der Fischotter, der Flu\u00dfeisvogel und jetzt<br>auch der hier ausgesetzte Luchs.<br>Unseren Wildwasserfahrern kribbelt es schon in den &#8222;Paddelfingern&#8220;, denn der Wasserstand ist<br>durch die vergangenen Schneef\u00e4lle stark angestiegen. Eine Befahrung scheint m\u00f6glich, obwohl einige<br>Abf\u00e4lle nur durch m\u00fchseliges Umtragen zu bew\u00e4ltigen sind. Die gesamte Strecke ist durchg\u00e4ngig WW IV<br>und schwieriger.<br>Am Ende der Vydra teilt sich unsere Gruppe auf. Unsere Wildwasserexperten wollen nat\u00fcrlich<br>paddeln. Der Rest wandert weiter durch das Tal der Otava nach Rejstejn (Unterreichenstein).<br>Rejstejn iiegt ca 15 km s\u00fcdlich von Susice, im Tal der Otava an der M\u00fcndung der Losenice. Den<br>Ansto\u00df f\u00fcr die Gr\u00fcndung von Rejstejn gab die Goldw\u00e4scherei. In der Umgebung wurde ebenfalls Gold in<br>Gruben gef\u00f6rdert. 1584 wurde Rejstejn zur Stadt erhoben. Im 17. Jahrhundert wurden die verfallenden<br>Gruben durch Glaserzeugung ersetzt. 1836 wurde in Rejstejn eine Glash\u00fctte errichtet (Klosterm\u00fchle). Von<br>1878 bis 1908 war sie in \u00d6sterreich-Ungarn die bedeutendste Glash\u00fctte f\u00fcr die Produktion von farbigem<br>Glas. Heute ist Rejstejn ein kleiner vertr\u00e4umter Ort mit einer urigen Dorfbev\u00f6lkerung und einem sch\u00f6nen<br>Ferienlager, vorz\u00fcglich geeignet als Ausgangspunkt f\u00fcr Wanderungen per Pedes oder Boot.<br>Zum &#8222;Einfahren&#8220; beschlie\u00dfen unsere Wildwasserfahrer, erst einmal die normale<br>Wildwasserstrecke auf der Otava zu befahren. Die Strecke Cenkova Pila bis Rejstejn ist bei diesem<br>Wasserstand teilweise WW III. Total ausgek\u00fchlt kommen unsere &#8222;Experten&#8220; nach knapp einer Stunde in<br>Rejstejn an und versp\u00fcren keine Lust mehr, die noch k\u00e4ltere Vydra zu befahren.<br>Nach diesem sportlichen Auftakt unserer Fahrt, beschlie\u00dfen wir am folgenden Tag uns etwas in<br>dem mittelalterlichem St\u00e4dtchen Cesky Krumlov umzusehen.<br>Cesky Krumlov (Krumau), heute eine Kreisstadt, wurde 1274 gegr\u00fcndet. Schon ein halbes<br>Jahrhundert davor wurde auf dem Felsen \u00fcber der Moldau eine Burg gebaut, die vor allem durch die sp\u00e4teren<br>Besitzer, die Rozmberks, bekannt wurde. Seit dem 14. Jahrhundert wurde die Stadt zum Zentrum der<br>Herrschaft dieser Dynastie. Hier bl\u00fchte der Handel und das Handwerk. In den Jahren 1394 und 1402 hielten<br>die Rozmberks sogar den K\u00f6nig gefangen. Die gro\u00dfz\u00fcgig angelegte Burg mit drei H\u00f6fen und fast dreihundert<br>Zimmern geh\u00f6rt zu den sch\u00f6nsten in B\u00f6hmen. Sie ist die zweitgr\u00f6\u00dfte nach der Prager Burg. Die Stadt wird<br>von Fachleuten den bedeutesten urbanen Denkm\u00e4lern in Europa zugeordnet. Sie ist ein st\u00e4dtisches<br>Denkmalreservat unter dem Schutz der UNESCO.<br>Vollbepackt mit Reiseandenken und Geschenken f\u00fcr die Daheimgebliebenen, sowie einigen<br>neuen Booten, geht es abends wieder in Richtung Rejstejn.<br>Der n\u00e4chste Tag ist wieder f\u00fcrs Paddeln reserviert. Vor allem unsere WW-Fahrer sind schon sehr<br>auf die Vydra gespannt, sowie die J\u00fcngsten unter uns auf ihre neu erworbenen Boote. Leider werden die<br>ersteren entt\u00e4uscht, denn der Wasserstand ist so stark gefallen da\u00df eine Befahrung der Vydra nicht mehr<br>m\u00f6glich ist. Wir fahren daher die altbekannte Strecke auf der Otava, die &#8222;Spezialisten&#8220; von oben und die<br>&#8222;Anf\u00e4nger&#8220; von weiter unten, dort wo die Schwierigkeiten nachlassen. Au\u00dfer einigen Kratzern an den Booten<br>kommen wir alle gut durch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Herbst zieht es die Freien Kanu-Sportler in die Ferne zu neuen Abenteuern. Wie schon im vergangenenJahr, geht es wieder in den B\u00f6hmerwald. Die Otava mit ihren vielen Stromschnellen ist unser Ziel. Es kannzwar in dieser Zeit schon recht kalt werden, aber daf\u00fcr werden wir mit herrlichen Herbststimmungsbildernmehr als genug entsch\u00e4digt. 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