{"id":8415,"date":"1992-03-28T10:17:00","date_gmt":"1992-03-28T10:17:00","guid":{"rendered":"http:\/\/entwicklung.fks.diwete.de\/?p=8415"},"modified":"2020-03-02T18:37:36","modified_gmt":"2020-03-02T18:37:36","slug":"1992-ostern-am-edersee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freie-kanu-sportler.de\/?p=8415","title":{"rendered":"Ostern am Edersee"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Wettervorhersage: stark bew\u00f6lkt, viel Regen, Temperaturen nur knapp \u00fcber dem Gefrierpunkt, verspricht nichts Gutes. Doch wir haben ja vorgesorgt. Da man so fr\u00fch im Jahr nicht unbedingt mit gutem Wetter rechnen kann, werden wir nicht im Freien \u00fcbernachten, sondern in einer Jugendherberge, um uns zwischendurch wieder trocknen und aufw\u00e4rmen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Langschl\u00e4fer aufgewacht! schon recht fr\u00fch am Karfreitag setzt sich unsere kleine Kolonne mit Autos und Booten in Bewegung. 10 Leute trotzen dem schlechten Wetter und wollen heute einen Teil der Eder oberhalb des Edersees befahren. Einsatzstelle ist in Vierm\u00fcnden unterhalb eines Wehres. Bei guter Str\u00f6mung geht es \u00fcber viele Kiesbankschw\u00e4lle Richtung Edersee. Teilweise ist der Wasserstand schon recht knapp, denn unsere 2er Canadiermanschaft mu\u00df ganz sch\u00f6n aufpassen, um nicht allzuoft auf den so zahlreichen Steinen aufzulaufen. Ein pr\u00fcfender Blick an der M\u00fcndung der Orke bei Ederbringhausen zeigt uns, da\u00df eine sinnvolle Befahrung dieses Fl\u00fc\u00dfchens bei diesem Wasserstand nicht m\u00f6glich ist. Im allgemeinen reicht jedoch der Wasserstand der oberen Eder und seiner Nebenfl\u00fcsse bis Ostern und l\u00e4nger f\u00fcr eine Befahrung aus. In diesem Jahr war jedoch durch das sehr fr\u00fch einsetzende Tauwetter, das meiste Wasser schnell abgelaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>In Herzhausen sind wir am Ende des Edersees angelangt. Bedingt durch die Reparaturarbeiten an der Sperrmauer, ist der Wasserspiegel um einige Meter abgesenkt worden. Das bedeutet f\u00fcr uns, da\u00df wir noch einige Kilometer bis zum Jugendzeltplatz von Herzhausen bei m\u00e4\u00dfiger Str\u00f6mung in dem urspr\u00fcnglichem Flu\u00dfbett der Eder paddeln k\u00f6nnen. Bis zur Jugendherberge Hohe Fahrt sind es dann nur noch wenige Kilometer, die ohne Str\u00f6mung auf dem Edersee gepaddelt werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Jugendherberge angekommen, beziehen wir erst einmal unsere Zimmer. Wir haben ein extra -(Klasse)-Haus f\u00fcr uns alleine bekommen. Super- Komfort mit Dusche, Heizung, Blick auf den Edersee und weit ab von den strengen Augen des Herbergsvaters. Nach einer St\u00e4rkung beim Abendbrot, sehen wir einen interessanten Lichtbildervortrag \u00fcber eine 10t\u00e4gige Skiwanderung durch die Fj\u00e4lls von Schwedisch Lappland, die Bernd mit 2 Freunden in diesem Fr\u00fchjahr unternommen hat. Stahlblauer Himmel, glitzernde Schneemassen und die wei\u00dfe Einsamkeit Lapplands lassen uns auf diesen &#8222;richtigen Winter&#8220; neidisch werden. Doch in der warmen Stube vergi\u00dft man auch schnell, da\u00df zu einem solchen Unternehmen auch Mut und Ausdauer geh\u00f6ren, denn Schneest\u00fcrme, Minustemperaturen und viele andere Strapazen geh\u00f6rten ebenfalls zu der Tour.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Am kommenden Morgen sind wir wieder fr\u00fch auf den Beinen, um noch was vom Fr\u00fchst\u00fcck zu ergattern und den K\u00fcchendienst zu schieben. Das Wetter ist noch schlechter geworden, es regnet fast ununterbrochen. Wir wollen heute nicht so lange paddeln und beschlie\u00dfen daher, eine Rundfahrt auf dem Edersee zu machen. Unsere Paddeltour f\u00fchrt uns zu einer Insel bei Bringhausen, wo wir eine kurze Vesperpause einlegen. Auf dem R\u00fcckweg zur Jugendherberge haben wir mit starkem Gegenwind zu k\u00e4mpfen, Regen- und Spritzwasser haben uns bald total durchn\u00e4\u00dft. Vor allem die J\u00fcngeren unter uns kommen ziemlich geschafft und durchgefroren in der Jugendherberge an. Aber nach einer hei\u00dfen Dusche und einer kr\u00e4ftigen Erbsensuppe sieht die Welt schon wieder freundlicher aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen Abend h\u00f6rt es auf zu regnen. Wir beschlie\u00dfen daher eine Wanderung nach Basdorf zu machen, da dort ein Osterfeuer gez\u00fcndet werden soll. Bei Einbruch der Dunkelheit erreichen wir die Feuerstelle. Eine riesige sauber geschichtete Holzpyramide wird gerade gez\u00fcndet. Im Nu steht der Holzsto\u00df in Flammen. Ringsherum sind noch weitere Feuer weithin sichtbar. Der 2j\u00e4hrige Dimitri bekommt vor Staunen kaum den Mund wieder zu. Nach kurzer Zeit nimmt das Feuer solche Ausma\u00dfe an, da\u00df man nur in gro\u00dfem Abstand die Strahlungshitze ertragen kann. Den wieder einsetzenden Regen nehmen wir kaum wahr, da er sofort verdunstet. Nach gut 2 Stunden ist das Feuer schon fast abgebrannt, und wir machen uns auf den Heimweg. Es ist stockdunkel und keiner hat eine Taschenlampe dabei. Der Weg f\u00fchrt mitten durch den Wald. Nach einigen Gruselgeschichten bekommen nicht nur unsere J\u00fcngsten Herzklopfen. Als dann auch noch einer von uns fehlt, sind auch die letzten &#8222;tapferen Helden&#8220; pl\u00f6tzlich ganz still. Und erschrecken sich furchtbar, als der &#8222;Verlorengegangene&#8220; pl\u00f6tzlich scheinbar aus dem Nichts zwischen uns steht. Kurz vor Mitternacht erreichen wir die Jugendherberge und alle fallen totm\u00fcde in die Betten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Am folgenden Morgen schlafen wir etwas l\u00e4nger. Dimitri mu\u00df erst seine Ostereier suchen, dann geht es nach dem Fr\u00fchst\u00fcck mit unseren Autos und Booten nach Hatzfeld. Das Wetter ist freundlicher geworden, es scheint sogar die Sonne! Vor ca. 7 Wochen waren wir schon einmal hier, um von Raumland bis Hatzfeld anzupaddeln. Heute wollen wir die Strecke bis Dodenau weiterpaddeln. Es wird eine tolle Kanutour. Die sch\u00f6ne Landschaft, sauberes Wasser, gute Str\u00f6mung und viele fahrbare Wehre sorgen f\u00fcr gute Laune. Unser J\u00fcngster, Markus, f\u00e4hrt sein erstes Wehr und ist danach kaum noch zu bremsen. Am sp\u00e4ten Nachmittag erreichen wir Dodenau. Eine Weiterfahrt ist nicht m\u00f6glich, da die folgende Strecke bis Auhammer Naturschutzgebiet ist. Die Durchfahrt auf dieser Strecke ist verboten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Rest des Abends in der Jugendherberge steht allen zur freien Verf\u00fcgung. Es gibt Zahnpasta auf T\u00fcrklinken, Rei\u00dfzwecken und Wasserbomben in Betten, sowie verzweifelte Schreie aus Kleiderspinden, aber schon recht fr\u00fchzeitig liegen unsere &#8222;Helden&#8220; in den Betten, um sich nach einem erlebnisreichen Tag auszuruhen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ostermontag, unserm letzten Tag, schallt schon um 7 Uhr der Weckruf durch die Flure. Gro\u00dfreinemachen ist angesagt. Mit vereinten Kr\u00e4ften sind wir gegen 10 Uhr fertig und haben auch gefr\u00fchst\u00fcckt. Heute wollen wir nicht paddeln, sondern wandern und zwar vom Edersee nach Hause. Auf dem Herkules- Wanderweg laufen wir im Wald bis nach Naumburg, wandern dort an einem Naturschutzgebiet vorbei \u00fcber Felder und Wiesen Richtung Heimat. M\u00fcde aber stolz \u00fcber die erbrachte Leistung, es waren immerhin 25 Kilometer, erreichen wir gegen 16.00 Uhr unser Ziel. Manch einer hat jetzt nicht nur Blasen an den H\u00e4nden, sondern auch an den F\u00fc\u00dfen. Ein besonderes Lob geht an unseren J\u00fcngsten, Markus, der nach seinen tollen Wehrfahrten auch diese anstrengende Tour geschafft hat. Zur Belohnung wartet zu Hause eine kr\u00e4ftige Bohnensuppe mit Zwiebelkuchen auf uns.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wettervorhersage: stark bew\u00f6lkt, viel Regen, Temperaturen nur knapp \u00fcber dem Gefrierpunkt, verspricht nichts Gutes. Doch wir haben ja vorgesorgt. 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